DIALOGE

Technology

Text: Johannes Köbler
Fotos: Bernhard Huber

Touch me

Bei der Bedienung ist Audi Avantgarde im weltweiten Wettbewerb. Schon der A8 von 2002 hatte das wegweisende MMI-System mit dem Dreh-/Drück-Steller an Bord, sein Nachfolger von 2010 präsentierte das MMI touch. Die neue Generation der Luxuslimousine macht den nächsten Schritt – mit der MMI touch response-Technologie.

Ein herkömmlicher Touchscreen ist im Auto ja keine schlechte Lösung, aber auch keine ideale. Wenn der Fahrer die gewünschte Funktion sicher auslösen will, muss er für einige Sekunden den Blick vom Verkehrsgeschehen abwenden. „Besonders schwierig ist das natürlich auf rauen Straßen“, sagt Ulrich Müller aus der Entwicklung Bedienkonzepte. „Wenn das Auto unruhig ist, ist es die Hand des Fahrers auch.“

Die MMI touch response-Technologie von Audi schlägt ein neues Kapitel auf: Sie macht den Touchscreen voll autotauglich. Die beiden zentralen Displays im neuen A8 arbeiten mit haptischer und optischer Rückmeldung. Wenn der Finger das Glas leicht berührt, löst er nicht gleich eine Funktion aus – das geschieht erst, wenn er mit einer definierten Kraft leicht drückt; die Schwelle beträgt 2,4 Newton. Als Bestätigung ist ein präziser Impuls an der Fingerkuppe zu spüren, gleichzeitig spielt ein kleiner Lautsprecher ein Klickgeräusch ein.

„Das Display ist auf Federn gelagert“, erklärt Müller. „Die haptische Rückmeldung entsteht, indem es von einem starken Elektromagnet über einen Stößel ganz leicht zur Seite gezogen wird. Hier geht es um wenige Millisekunden Dauer und maximal 80 Mikrometer Weg, also um die Breite eines menschlichen Haars.“ Während der Entwicklung, berichtet Müller, stellte sich in Probandenversuchen heraus, dass die Blickabwendung durch die touch response-Technik deutlich sinkt – und dass die Kunden bei der Intensität des Feedbacks unterschiedliche Erwartungen haben. Deshalb lässt sich die Bewegung des Displays in drei Stufen einstellen oder auch ganz abschalten.

Klatschhand? Pianistenfinger? Bei der Bedienung der Touch response-Displays haben die Kunden unterschiedliche Vorlieben und Erwartungen.

Um Haaresbreite: Die haptische Rückmeldung entsteht, indem sich das Display zur Seite bewegt – um weniger als einen Zehntelmillimeter.

Liebevoll arrangierte Details machen den Umgang mit der neuen Technik noch sicherer und attraktiver. Wenn der Finger ein Icon berührt, ändert dessen Fläche leicht die Farbe; wenn er durchdrückt, verfärbt sie sich stark. Ähnlich wie auf dem Smartphone sind viele Icons mit Longtouch- und Longpush-Funktionen hinterlegt. Will der Fahrer beispielsweise im Hauptmenü eine Kachel neu platzieren, muss er sie acht Zehntelsekunden lang drücken – dann erfolgt eine kurze Vibration, und das Verschieben ist freigegeben.

Die touch response-Technik reicht im neuen Audi A8 über die Displays hinaus, sie bezieht auch die schwarze Schalterleiste auf der Mittelkonsole, das Lichttastenmodul und die Klimaregelung mit ein. Ulrich Müller: „An den äußeren Luftausströmern gibt es kleine Touch-Flächen, mit denen der Kunde die Intensität des Luftstroms verändern kann. Auch hier hört er nach jedem Schritt einen Klick.“

Die Bewegung des Displays lässt sich in drei Stufen einstellen oder auch ganz abschalten. Damit erfüllen wir alle Erwartungen unserer Kunden.

Ulrich Müller, Entwicklung Innovationen Bedienoberfläche

Präzision und Eleganz: Das obere Display ist konvex gewölbt, um sich perfekt ins Design der Instrumententafel einzupassen.

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Verbrauchsangaben des genannten Modells:

Audi A8: Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 7,8 – 5,6; CO2-Emission kombiniert in g/km: 178 – 145

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